Archiv der Kategorie: Rezensionen

Ich.darf.nicht.schlafen. – S.J.Watson – Rezension

Ich.darf.nicht.schlafen – S.J. Watson

Ich darf nicht schlafen

Klappentext Ich.Darf.nicht.schlafen:

Ohne Erinnerung sind wir nichts. Stell dir vor, du verlierst sie immer wieder, sobald du einschläfst. Dein Name, deine Identität, die Menschen, die du liebst – alles über Nacht ausradiert. Es gibt nur eine Person, der du vertraust. Aber erzählt sie dir die ganze Wahrheit? Als Christine aufwacht, ist sie verstört: Das Schlafzimmer ist fremd, und neben ihr im Bett liegt ein unbekannter älterer Typ. Sie kann sich an nichts erinnern. Schockiert muss sie feststellen, dass sie nicht Anfang zwanzig ist, wie sie denkt – sondern 47, verheiratet und seit einem Unfall vor vielen Jahren in einer Amnesie gefangen. Jede Nacht vergisst sie alles, was gewesen ist. Sie ist völlig angewiesen auf ihren Mann Ben, der sich immer um sie gekümmert hat. Doch dann findet Christine ein Tagebuch. Es ist in ihrer Handschrift geschrieben – und was darin steht, ist mehr als beunruhigend. Was ist wirklich mit ihr passiert? Wem kann sie trauen, wenn sie sich nicht einmal auf sich selbst verlassen kann?

Inhaltsangabe Ich.darf.nicht.schlafen.:

Christine wacht jeden Morgen ohne Erinnerungen auf. Sie hat eine anterograde Amnesie, ausgelöst durch einen schweren Autounfall, wie sie glaubt. Sie kann sich nur an das erinnern, was sie am selben Tag gemacht hat. Sie wacht jeden Morgen neben ihrem Mann Ben auf, aber kann sich nicht erinnern, wer er ist. Jeden Morgen muss Ben ihr aufs neue erzählen, wer sie ist und was geschehen ist.

Eines Tages wird sie auf ihrem Handy von einem Psychologen, namens Dr. Nash, angerufen. Er erzählt ihr, dass er schon länger mit ihr zusammen an ihrer Amnesie arbeitet, und versucht ihr zu helfen. Christine, nicht ganz überzeugt davon, ob sie ihm glauben soll, trifft sich mit Dr. Nash. Bei ihrem Treffen gibt Dr. Nash Christine ein Tagebuch. Sie habe ihm dieses vor einer Woche zum Lesen gegeben.

Wieder zuhause beginnt Christine das Tagebuch zu lesen. Es enthält Erlebnisse und Erinnerungen, erlebt und jeden Tag sorgfältig aufgeschrieben, von ihr selber. Die Aufzeichnungen beginnen am 9. November, also gut 1,5 Monate vor dem heutigen Tag.

Christine beginnt zu lesen und erfährt was in den letzten Wochen passiert ist. Sie liest von den Treffen mit Dr. Nash, der zusammen mit ihr an ihrer Amnesie arbeitet. Sie erfährt viel über ihre Vergangenheit, erinnert sich in ihren Aufzeichnungen teilweise an ihre verstorbenen Eltern, an ihre Freundin Claire und ihren Sohn. Doch irgendwie wollen diese Erinnerungen nicht mit den Erzählungen Bens zusammen passen. Ben verschweigt ihr teilweise wichtige Informationen, die sie mit Hilfe des Tagebuchs schließlich doch erfährt. Er belügt sie über den Grund ihrer Amnesie, erzählt dass bei einem Hausbrand viele persönliche Sachen verbrand seien und erzählt, dass ihr gemeinsamer Sohn Adam tot sei. Durch Dr. Nash erfährt Christine jedoch, dass sie angegriffen wurde, und ihr Gedächtnis nicht durch einen Autounfall verloren hat. Christine nimmt Kontakt zu ihrer früheren besten Freundin Claire auf, die nach Bens Aussage hin, ausgewandert sein soll. Von ihr erfährt sie, dass Ben sich vor Jahren schon von ihr getrennt hat und das sie eine Affäre mit einem anderen Mann hatte. Sie trifft sich mit Claire und die beiden reden über ihre gemeinsame Vergangenheit. Außerdem gibt Claire Christine einen Brief von Ben mit. Den Brief hat Ben vor Jahren geschrieben. In diesem Brief erklärt er Christine den Grund für seine Trennung.

An dieser Stelle endet das Tagebuch und Christine wundert sich wieso eine ganze Woche keine Eintragungen gemacht wurden.

Am heutigen Tag wollen Ben und Christine übers Wochenende wegfahren. Sie fahren nach Brighton, an den Ort, an dem Christine damals angegriffen wurde. Als sie das Hotelzimmer betritt, spürt Christine ein Gefühl der Gefahr. Während Ben unter der Dusche steht, durchsucht sie seine Tasche und findet die Tagebuchseiten der letzten Woche. Sauber herausgetrennt von ihrem Ehemann. In diesen Seiten erfährt sie schreckliches und der Satz, der am Anfang ihres Tagebuchs steht, bekommt immer mehr Bedeutung „Ich darf Ben nicht trauen“. Plötzlich schwebt sie erneut in großer Gefahr, alles ist wie damals…

Eigene Meinung:

Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil wacht Christine auf, erinnert sich an nichts und erfährt durch Dr. Nash von ihrem Tagebuch, welches sie dann zu lesen beginnt.

Den zweiten Teil des Buches bildet der Inhalt des Tagebuchs. Hier wurde sehr detailliert die Krankheitsgeschichte Christines beschrieben. Zunächst habe ich mich gewundert, wieso das Buch dem Genre Thriller zugeordnet wird, da es für mich offensichtlich nur die Krankheitsgeschichte einer Frau erzählte. Die Erzählungen und Erinnerungen Christines sind hier sehr ausführlich dargestellt, meiner Meinung nach schon fast zu ausführlich und zu langatmig. Positiv zu bewerten ist, dass der Leser, genau wie Christine, Schritt für Schritt immer mehr über ihr Leben erfahren hat.

Der dritte Teil beschreibt den selben Tag wie der erste Teil. Hier wird langsam der Hintergrund der Geschichte deutlich und Unklarheiten werden schnell klar. Am Ende ist es ein sehr spannender Thriller, mit unerwarteten Ende.

Eine Frau die sich immer wieder mit längst erlebten Erinnerungen beschäftigen muss. Das Ende des Buches ist perfekt gestaltet, alles ergibt plötzlich einen Sinn. Lediglich die etwas langatmigen Erzählungen im Tagebuch tun der Spannung etwas Abbruch, da der Leser immer wieder mit schon bekannten Fakten konfrontiert wird.

Das Haus der Schwestern – Charlotte Link

Das Haus der Schwestern

Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 608
Blanvalet Taschenbuch Nr.37534
Deutsch
ISBN-13: 9783442375349
ISBN-10: 3442375347
Best.Nr.: 27949652

Klappentext Das Haus der Schwestern:

Fesselnd, abgründig, raffiniert

Westhall Hose, ein einsames Farmhaus im Hochmoor Yorkshires.

Ehemals Schauplatz einer wechselvollen Familiengeschichte – und jahrzehntelang Hüter eines bedrohlichen Geheimnisses. Bis eine Fremde kommt und wie zufällig die Mauern des Schweigens zum Einsturz bringt …

Die Weihnachtsreise ins Hochmoor von Yorkshire verläuft für Barbara und Ralph Amberg ganz anders als erwartet. Schon in der ersten Nacht schneien sie auf Westhall Hose ein und sind von der Außenwelt abgeschlossen. Nicht nur die knapper werdenden Vorräte machen dem Paar zu schaffen; verdrängte Beziehungsprobleme kommen an die Oberfläche. Und dann sieht sich Barbara auch noch mit der Lebensgeschichte jener Frau konfrontiert, der Westhill einmal gehört hat, einer Frau namens Frances Gray, die gegen die Konventionen verstieß und sich immer nahm, was sie wollte.

Zusammenfassung:

Die Geschichte handelt von der Weihnachtsreise eines deutschen Ehepaares, Barbara und Ralph Amberg, die beide als Juristen tätig sind. Barbare hatte Ralph die Reise zu seinem 40. Geburtstag geschenkt. Sie reisen kurz vor Weihnachten an und schneien noch in der selben Nacht ein, ohne Strom oder Essensvorräte. Sie sind komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Barbara findet, auf der Suche nach Feuerholz, zufällig ein dickes Manuskript, das im angrenzenden Schuppen versteckt war. Es ist von Frances Gray, jener Frau, der Westhill bis zu ihrem Tode 1980, einmal gehört hatte. Das Manuskript schildert das Leben von Frances, die schon vor dem Ersten Weltkrieg fortschrittlich und politisch engagiert war, und ihre Entwicklung bis heute, ihre Familie und unglückliche Liebe. Dabei hütete sie ein dunkles Geheimnis. Barbara begann das Manuskript neugierig zu lesen:

Frances Gray war die älteste Tochter von Charles und Maureen Gray. Charles stammte aus gutem Hause und brach mit seiner Familie, als er sich für Maureen, ein einfaches Bauernmädchen aus Irland, entschied. Sie bekamen drei Kinder: George, der älteste Sohn, Frances und Victoria.

Insgeheim war die schöne Victoria die Lieblingstochter von Charles. Frances, die dies deutlich spürte, hasste ihre Schwester dafür. Schon im frühen alter freundete sich Frances mit dem Nachbarsjungen John an. Aus Freundschaft wurde später schnell Liebe. Schließlich machte John Frances einen Heiratsantrag, doch diese lehnte ab. Sie wolle sich mit ihren 17 Jahren noch nicht festlegen und für einige Zeit nach London ziehen. In London lebte Frances bei ihrer Tante Margeret und traf schnell auf Alice. Alice war die Freundin von ihrem Bruder George und kämpfte für die Frauenrechte. Frances schloss sich dieser Bewegung an und landete schließlich im Gefängnis. Dort wurde sie zwangsernährt und überlebte nur knapp eine schwere Lungenentzündung. Von diesen Geschehnissen geprägt, kehrte sie nach Hause zu ihren Eltern zurück. Dort musste sie feststellen, dass John nicht auf sie gewartet hatte. Sie platze direkt in seine und Victorias Hochzeit und niemand hatte sie informiert. Geschockt von den neuen Geschehnissen, beschloss sie zunächst nach London zurück zu kehren. In dieser Zeit lebte sie bei ihrem Bruder und seiner Freundin.

Im Jahre 1914 brach der Erste Weltkrieg aus und Frances sorgte sich zunehmend um ihren Bruder, welcher an der französischen Grenze kämpfte. Zwei schreckliche Jahre voller Zerstörung später, traf sie John wieder. Er war inzwischen in die Politik gegangen und wollte an der Seite der Engländer im Krieg kämpfen. Ende September 1916 erhielt Alice einen Brief. George wurde schwer verletzt und nun in einem Lazarett hinter der Front notdürftig versorgt. Alice und Frances beschlossen nach Frankreich zu reisen um für George da zu sein. Sie blieben dort mehrere Wochen und halfen die Verletzten zu versorgen. Frances versuchte dort Informationen über John zu bekommen und gab sich als seine Verlobte aus. Im Oktober erhielt sie die Nachricht, dass John schwer verletzt in einem Krankenhaus lag. Sie reiste sofort zu ihm und begann in den Wochen seiner Genesung eine Affäre mit ihm. Doch John fühlte sich verpflichtet seinem Land zu dienen und zog wieder in den Krieg. Frances, sauer und enttäuscht, kehrte nach London zurück. Dort traf sie auf die katastrophalen Zustände, welche ihr Bruder ausgeliefert war. Sie beschloss heimlich mit dem schwer psychisch angeschlagenen George nach Westhill zurück zu kehren. Doch Zuhause angekommen, erwartete sie die nächste schreckliche Nachricht, Ihre Mutter Maureen war hochschwanger. Am Tag ihrer Anreise verstarben Maureen und das Baby. Frances Vater war von da an nicht mehr wie früher. Er hatte den Tod seiner Frau nie überwunden.

Im Jahre 1919 zog, der immer noch vom Krieg schwer traumatisierte, George in ein einsames Cottage an die Küste. Frances brachte ihm von nun an jeden Sonntag Nahrung und Farbe zum malen. Alice war inzwischen nach London zurück gekehrt und heiratete Hugh Selley. Zusammen bekamen sie später 2 Töchter. Frances setzte ihre Affäre mit John in der Zeit weiter fort.

Die Situation in Westhill wird immer unerträglicher. Barbara und ihr Mann leiden unter starkem Hunger, denn ihre mageren Essensvorräte gehen langsam zuneige. Eines Tages, nach Weihnachten, macht sich Ralph auf Skiern auf ins Dorf um dort Essen zu besorgen. Barbara macht sich schreckliche sorgen, es schneit schon wieder und Straßen sind nicht zu erkennen. Sie hat Angst, dass Ralph den weg nicht findet und erfriert. Sie lenkt sich mit dem Manuskript ab und ließt ohne Pause:

In den nächsten 20 Jahren kümmerte sich Frances liebevoll um die Westhill Farm und die dort lebenden Tiere. Auch die Affäre zu John hielt weiter an. Er gab ihr das Gefühl begehrenswert zu sein.

Im Jahre 1939 brach der zweite Weltkrieg aus. Im gleichen Jahr beschloss Victoria sich von ihrem Mann John scheiden zu lassen. In dieser Zeit kam Marquerite, eine Französin, dessen Mann von den Deutschen verschleppt und getötet wurde, Sie hatte aus Angst vor den Nazis Frankreich verlassen und war nach England gereist. Alice, die in London nur knapp einen Bombenanschlag überlebte und alles verlor, bat Frances ihre zwei Töchter, Laura und Marjorie, bei sich aufzunehmen. Die zwei lebten von nun an in Westhill. Laura liebte die Natur und fühlte sich gleich zuhause, Marjorie jedoch, hasste alles an Westhill, vor allem aber Frances. Charles starb zwei Tage nach der rechtskräftigen Scheidung von Victoria und John im Jahre 1941. Auch Alice starb wenig später bei einem Bombenanschlag in London.

Im Januar 1942 verschwand George plötzlich. Keiner wusste wo er hingegangen war und wann er wieder kommen würde, sie sahen ihn nie wieder…

Im August 1942 gaben John und Marquerite ihre Hochzeit bekannt, sie bekamen ein Baby. John, der später zu Frances fuhr, um ihr dies zu erklären, schwor Frances seine ewige Liebe zu ihr. Marjorie hörte dies und erzählte es später der gesamten Familie, woraufhin Frances sie zurück zu ihrem Vater nach London schickte. Frances begleitete Marjorie und übergab sie ihren Vater, welcher inzwischen eine neue Frau geheiratet hatte.

Nach Frances Rückkehr aus London wartete schon die nächste böse Überraschung. Laura hatte einen deutschen Mann schwer verletzt gefunden und ihm das Leben gerettet indem sie ihn mit nach Westhill nahm. Es stellte sich heraus, dass er ein deutscher Spion namens Frank war. Sie versorgten Frank und versteckten ihn in ihrem Haus. Laura, die sich in Frank verliebte, hungerte sich immer schlanker und entwickelte schließlich eine Bulimie. Auch Victoria war angetan von dem jungen Mann. Sie fühlte sich nach dem Desaster ihrer ersten Ehe endlich wieder begehrenswert und wollte Frank verführen. Der ließ sich jedoch nicht darauf ein. Verletzt von der Zurückweisung kam es zum Streit zwischen Frances und Victoria, dessen Ende alles Veränderte…

Am späten Abend, Barbara hat die schrecklichen Geschehnisse, welche sie durch das Manuskript erfahren hat, noch nicht verdaut, kommt plötzlich der Nachbar Fernand zu besuch. Er ist der Sohn von John und Marquerite, dessen Lebensgeschichte Barbara zuvor erfahren hat. Fernand findet die gelesenen Zettel und stellt Barbara zur Rede. Im Verlaufe des Gespräches stellt sich heraus, dass viel mehr hinter der Erzählung steckt. Barbara war Fernand auf die Schliche gekommen. Er hat Laura, die bis heute in Westhill lebt und das Haus an Barbara und Ralph vermietet hatte, über Jahre erpresst. Erpresst mit einem furchtbaren Geheimnis, welches, über Jahrzehnte verborgen, erst mit dem Auffinden des Manuskriptes wieder ans Tageslicht gelang. Barbara befindet sich als Mitwisserin, nun in absoluter Gefahr und bangt um ihr Leben. Selbst Ralph, welcher am nächsten Tag von seiner Essenssuche wieder kommt, kann ihr nicht helfen. Die Situation scheint zunächst völlig aussichtslos…

Eigene Meinung:

Das Buch Das Haus der Schwestern ist anders als die Bücher, die ich zuvor von Charlotte Link gelesen habe. Es ist eine spannende, leicht zu lesende Familiengeschichte und mir ist nicht ganz klar, wieso es dem Genre Krimi untergeordnet wird. Trotzdem ist es Charlotte Link mal wieder gelungen ein gutes, spannendes Buch zu schreiben. Die Autorin baut eine andere Art von Spannung auf. Während in vielen anderen Büchern von ihr, zu Beginn ein brutaler Mord geschieht, dessen Aufklärung im Vordergrund steht, steht in diesem Buch der Alltag sehr unterschiedlicher Personen zu sehr verschiedenen historischen Zeiten im Vordergrund.Verschiedene Charaktere, unterschiedliche Zeitspannen, vom 1. Weltkrieg bis hin zu den späten 90er Jahre. Einblicke in die Geschichte vom 1. und 2. Weltkrieg, detailliert beschriebene Charaktere, Landschaften und Beziehungen. Von den Charakteren hat mich besonders Frances Gray sehr beeindruckt. Ein starker Charakter, sehr gut beschrieben und äußerst glaubwürdig. Jedoch hat dieses Buch es nicht geschafft, mich so zu fesseln wie andere Bücher Charlotte Links. Die Geschichte um Barbara und Ralph war eher zweitrangig und außer zum Ende hin nicht sehr spannend.

Das Echo der Schuld – Charlotte Link

cats

Klappentext Das Echo der Schuld:

Raffiniert, verstörend, genial

In tiefer Nacht sinkt ein Boot vor der Küste Schottlands. Nichts als ihr Leben können die deutschen Aussteiger Nathan und Livia Moor retten. Von der Engländerin Virginia Quentin und deren Mann werden sie mit dem Notwendigsten versorgt, doch dann folgt der undurchsichtige Nathan Virginia ungebeten in das Zuhause der Familie nach Norfolk. Virginia, die ihn anfangs nur aufdringlich findet, öffnet sich ihm bald mehr als je zuvor einem anderen Menschen. Dann geschieht das Unfassbare: Virginias siebenjährige Tochter verschwindet spurlos.

Zusammenfassung Das Echo der Schuld:

Am 17. August sinkt plötzlich das Boot der deutschen Weltumsegler Nathan und Livia Moor vor der Küste Schottlands. Es gelingt ihnen in letzter Sekunde vom Boot zu springen und so ihr Leben zu retten. Sie verlieren jedoch ihr gesamtes Hab und Gut und sind von nun an auf die Hilfe von Fremden angewiesen. Die Engländerin Virginia Quentin und ihr Mann Frederic hatten Livia zuvor eine Arbeit in deren Ferienhaus gegeben. Als Virginia von dem tragischen Unglück erfährt, bietet sie sofort ihre Hilfe an. Frederic, der besonders Nathan auf Anhieb nicht leiden kann, warnt seine Frau vor dem deutschen Ehepaar. Schließlich gestattet Virginia es den beiden vorübergehend in ihrem Ferienhaus zu wohnen, während sie und ihr Mann wieder zurück nach King`s Lynn fahren würden.

Schon während ihres Urlaubes, zusammen mit der gemeinsamen Tochter Kim, hören die Quentins von dem schrecklichen Mord an der vier jährigen Sarah Alby.

Liz Alby ist mit ihrer kleinen Tochter völlig überfordert und wünscht sich oft, dass diese nie geboren worden wäre. Am Tag des Unglückes sind Liz und Sarah zusammen an den Strand gefahren. Sarah sieht auf dem Weg zum Strand ein Karussell, mit dem sie unbedingt fahren möchte. Ihre Mutter jedoch will in Ruhe am Strand liegen und erlaubt es ihrer Tochter nicht. Als Liz dann ihre Tochter über 40 Minuten alleine am Strand zurück lässt, um Essen zu kaufen, ist diese plötzlich spurlos verschwunden. Tage später wird die Leiche der kleinen Sarah gefunden: sexuell missbraucht und ermordet.

Die ganze Stadt ist in Aufruhr und spricht von dem Mord an Sarah. Als dann erneut ein Mädchen verschwindet und ermordet aufgefunden wird, ist man sich sicher, dass es sich hierbei um ein und denselben Täter handeln muss.

Rachel geht jeden Sonntag zum Kindergottesdienst. Auf dem Weg dahin lernt sie an einem Sonntag einen Mann kennen, der sich als Pfarrer aus London vorstellt. Er erzählt ihr von Dias, die er gerne in der Kirche zeigen würde. Er braucht jedoch ihre Hilfe und sie soll ihm dabei helfen. Sie vereinbaren sich in 3 Wochen wieder zu treffen. Der Pfarrer möchte ihr die Dias vorab in seinem Haus zeigen. 3 Wochen später geht Rachel, wie jeden Sonntag, nach dem Frühstück zum Gottesdienst, doch diesmal geht sie vorher zum vereinbarten Treffpunkt und wird von nun an nie wieder gesehen. Ihre Leiche wird Tage später gefunden: sexuell missbraucht und ermordet.

Derweil gelingt es Nathan Moor zusammen mit seiner kranken Frau nach King´s Lynn zu gelangen. Er bringt seine Frau dort in ein Krankenhaus, da diese an einem schweren Schock leidet, und nistet sich erneut bei den Quentins ein. Virginia, dessen Mann sich zu der Zeit in London befindet, gewährt ihm schließlich Einlass.

Als Frederic sich dann aus London meldet und seine Frau darum bittet, ihn am nächsten Freitag zu einer Dinnerparty zu begleiten, steht diese plötzlich wieder unter Druck. Sie meidet öffentliche Auftritte und ihr wurde schon beim Gedanken an diese Party übel. Bald schon öffnet sich Virginia Nathan gegenüber und erzählt ihm die ganze Geschichte über ihre Angst, die Geschichte von Michael.

Der Mörder der kleinen Sarah und Rachel ist immer noch auf freiem Fuß und sucht sein nächstes Opfer. Er spricht Janie an, die in einem Geschäft vor den Einladungskarten steht. Sie erzählt ihm, dass sie gerne ihren Geburtstag mit ihren Freundinnen feiern würde, aber ihre Mutter dies nicht erlaubt. Der Fremde sagte ihr, sie kann die Geburtstagsfeier mit all ihren Freunden bei ihm Zuhause feiern. Sie vereinbaren, dass sie sich am Samstag wieder in dem Laden treffen um genaueres zu planen. Am Samstag hat Janies Mutter eine Grippe bekommen und so muss Janie zuhause bleiben. Mehrfache Versuche den Fremden zu finden, bleiben ohne Erfolg. Schließlich erzählt sie ihrer Mutter von dem Fremden. Diese begreift sofort, dass es sich dabei um den Mörder handeln muss. Sie geht sofort mit ihrer Tochter zur Polizei.

Nathan und Virginia haben inzwischen eine Affäre begonnen. Virginia fährt, anstatt auf die Dinnerparty ihres Mannes zu gehen, mit Nathan zurück zu dem Ferienhaus. Dort verbringen sie ein paar glückliche Tage. Ihre Tochter wohnt in der Zeit bei dem Verwalterehepaar, das für die Quentins arbeitet. Diese sind wie Großeltern für Kim.

Am Tag nach ihrer Rückkehr ist plötzlich ihre Tochter spurlos verschwunden.

Kam sie mit der Situation Zuhause nicht klar, oder ist sie das nächste Opfer des Mörders?

Auf der Beerdigung der kleinen Rachel, soll Janie, die als einzige das Aussehen des Mörders kennt, nach diesem Ausschau halten… Kann Janie den Mörder rechtzeitig erkennen und somit vielleicht Kim das Leben retten?

Eigene Meinung:

Im Vergleich zu den Büchern die ich schon von Charlotte Link gelesen habe, fand ich dieses eher langweilig. Am Anfang war es noch sehr spannend, doch es wurde immer langweiliger. Meiner Meinung nach wurde das Leben von Virginia Quentin viel zu ausführlich beschrieben. Die Erzählungen von ihrer Vergangenheit und dem Leben mit Michael, haben nicht in die Geschichte gepasst und waren viel zu ausführlich beschrieben, Auch die Affäre zu Nathan Moor wurde sehr ausführlich beschrieben, obwohl diese nichts mit dem eigentlichen Inhalt des Buches zu tun hatte, oder andersrum. Wenn man sich den Titel „Das Echo der Schuld“ anguckt, dann bezieht sich dies, finde ich, nur auf die Schuld die Virginia gegenüber Michael und Tommi empfindet, aber nicht auf die Geschichte rund um die Morde an den kleinen Mädchen. Klar, man kann hier auch die Schuld des Mörders hineininterpretieren, aber wozu dann die ausführlichen Erzählungen über Virginias Vergangenheit? Für mich werden hier zwei verschiedene Geschichten erzählt, die erst mit dem Verschwinden der Kim Quentin aufeinander treffen. Charlotte Link wagt sich hier an ein sehr schweres Thema heran. Dennoch finde ich es toll, wie sie eine Brücke zwischen Romanfiguren und Lesern aufbaut. Man versetzt sich in die Lage der jeweiligen Figur hinein und fühlt mit ihnen mit. Vielleicht ist dies gerade deswegen so, weil Links Figuren oftmals unsympathisch und/ oder depressiv beschrieben werden. Gerade deswegen sind sie so viel realistischer als typische Helden. Dennoch fehlt dem Buch das gewisse Etwas, was vielleicht jedoch an der schwere des Themas liegt. Fans mit Vorlieben für brutale Details werden dieses Buch nicht mögen.

Der Beobachter – Charlotte Link

bild

Klappentext Der Beobachter:

Er beobachtet. Er wartet. Tötet er?

Er beobachtet das Leben wildfremder Frauen. Träumt sich an ihre Seite, in ihren Alltag. Identifiziert sich mit ihnen und will alles von ihnen wissen. Als Beobachter. Auf der Flucht vor seinem eigenen Dasein, das aus Misserfolgen besteht. Nur aus der Ferne liebt er die schöne Gillian Ward. Die beruflich erfolgreiche Frau, glücklich verheiratet, Mutter einer reizenden Tochter, wird von ihm über die Maßen idealisiert. Bis er zu seinem Entsetzen erkennt, dass er auf eine Fassade hereingefallen ist. Denn nichts ist so, wie es scheint. Gleichzeitig schreckt eine Mordserie die Menschen in London auf. Die Opfer: alleinstehende Frauen. Auf eine rachsüchtige, sadistische Weise umgebracht. Die Polizei sucht einen Psychopathen. Einen Mann, der Frauen hasst.

Zusammenfassung:

Die Geschichte ist in zwei Teilen gegliedert. Zum Einen geht es um den Langzeit – Arbeitslosen Samson Segel. Der verschrobene Mann, der keinerlei soziale Kontakte pflegt, lebt bei Bruder und Schwägerin, obwohl er besonders von Letzterer offen abgelehnt wird. Als Einzelgänger beobachtet er stundenlang die Häuser fremder Frauen und träumt sich in ihr Leben. Seine Beobachtungen schreibt er dabei akribisch auf und speichert diese auf seinem Computer. Besonders angetan ist er von Gillian Ward, welche zusammen mit ihrem erfolgreichen Mann und ihrer 12 jährigen Tochter in einem schönen Haus lebt. Er hält ihr Leben für perfekt und wünscht sich nix sehnlicher als Teil dieser Familie zu sein.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Samson Segel und den Frauen, die er beobachtet, geschrieben. Auf das Leben von Gillian wird hier besonders eingegangen. Sie ist unglücklich mit ihrer Ehe und hat Probleme mit ihrer 12 jährigen Tochter. Unterstützt wird sie hierbei von ihrer besten Freundin Tara und John, dem Handballtrainer ihrer Tochter, mit dem sie bald darauf eine Affäre beginnt. Als sie dann herausfindet, dass John seine Karriere bei der Polizei aufgeben musste, weil er verdächtigt wurde, eine Praktikantin vergewaltigt zu haben, streitet sie sich mit ihrer Freundin Tara und beendet daraufhin die Affäre mit John.

Samson geht jeden Morgen aus dem Haus um das Leben der Frauen zu beobachten. Er entführt den Hund einer Nachbarin um ihn dann als Retter zurück zu bringen. Er erhofft sich dadurch die Aufmerksamkeit der Frau zu bekommen und vielleicht auf ein Kaffee von ihr eingeladen zu werden. Doch diese ist unbeeindruckt und wimmelt Samson ziemlich schnell ab.

Zum Anderen geht es um zwei ältere allein stehende Frauen, die auf die gleiche Weise ermordet in ihren Wohnungen aufgefunden werden. Beide Frauen leben isoliert von der Außenwelt. Vor ihrem Tod wurde ihnen bewusst Angst gemacht. Die Polizei geht von einem Serienkiller aus, wenngleich es keine Verbindung zwischen ihnen zu geben scheint. Das Täterprofil weist auf einen zutiefst gestörten Menschen, der Frauen hasst. Bald gerät Samson Segal ins Visier der Ermittler und flieht – und seine Schwägerin entdeckt die Aufzeichnungen seiner Beobachtungen. Es wird abwechselnd aus der Perspektive der Mordopfer und der ermittelnden Polizei geschrieben.

Mit dem dritten Opfer, der Ehemann von Gillian, kreuzen sich die beiden Geschichten. Das dritte Opfer passt dann ganz offensichtlich nicht in das Schema der vorangegangenen Morde, auch wenn die gleiche Pistole benutzt worden ist.

John, der sich längst in Gillian verliebt hat, versucht auf eigene Faust zu ermitteln. Er ist sich sicher, dass der Mordanschlag Gillian galt, und nicht ihrem Mann. Er hilft dem flüchtigen Samson Segel sich zu verstecken und löst Schritt für Schritt das Rätsel um die Mordserie. Am Ende wird erneut eine Frauenleiche gefunden und es geht um Leben und Tod, denn der Mörder hat bereits sein nächstes Opfer in seine Gewalt…

Eigene Meinung:

Der Beobachter ist nun das zweite Buch von Charlotte Link, welches ich gelesen habe. Das Buch beginnt mit einem Prolog. Zunächst erscheint dieser sehr unpassend und ich habe den Sinn dahinter nicht verstanden. Am Ende des Buches war aber klar, was dieser zu bedeuten hatte. Das Buch ist, wie schon Im Tal des Fuchses, aus sehr vielen Perspektiven geschrieben. Am Anfang des Buches ist es schwer, alle Figuren auseinander zu halten und die jeweilige Rolle zu verstehen. Doch nach und nach ergibt jede erwähnte Figur einen Sinn und alles ist nachvollziehbar. Die Personen sind sehr gut beschrieben und man kann sich gut in diese hinein versetzen. Das Buch ist auf seinen über 600 Seiten zu keiner Zeit langweilig geworden. Zum Schluss konnte ich das Buch gar nicht mehr weglegen, da ich unbedingt das Ende wissen wollte. Es ist also äußerst spannend und sehr gut gelungen. Auch konnte man zu keiner Zeit erahnen, wie das Buch zu Ende geht. Während ich das Buch gelesen habe, hatte ich zwei Theorien, wer der Täter sein könnte, und keine davon ist aufgegangen. Auch dies finde ich an den Büchern von Charlotte Link sehr gut. Man wird immer wieder aufs neue überrascht und zu keiner Zeit sind diese langweilig. Das Buch Der Beobachter ist meiner Meinung nach also sehr gut gelungen und ich würde es jedem, der gerne Bücher dieses Genre liest, weiter empfehlen.

Herzstoß – Joy Fielding

Herzstoß Beitragsbild

Inhalt:

Die Hoffnung stirbt nie. Sie tötet! Das Leben von Marcy Taggart gerät völlig ins Wanken, als ihre Tochter bei einer Bootsfahrt unter rätselhaften Umständen verschwindet. Auch wenn die Leiche nie gefunden wird, gilt Devon als tot – nur Marcy weigert sich, dies zu glauben, und klammert sich an die Hoffnung, dass Devon noch lebt. Als Marcy alleine nach Irland reist, passiert das Unfassbare. Bei einem Besuch im Pub glaubt sie, ihre Tochter auf der Straße vorbeilaufen zu sehen. Von nun an setzt sie alles daran, Devon zu finden – nicht ahnend, dass sie ihr eigenes Leben aufs Spiel setzt …

Zusammenfassung:

Marcy Taggart´s Leben änderte sich 2 Jahre zuvor grundlegend. Ihre 21 jährige Tochter Devon, die unter Depressionen litt, ertrank unter rätselhafte Umständen. Es wurde nur das herangespülte Kanu der 21 jährigen gefunden, von der Leiche fehlte jede Spur. Als dann auch noch ihr Ehemann Peter sie wegen einer jüngeren Golflehrerin verließ, beschloss Marcy die geplante zweite Hochzeitsreise nach Irland alleine anzutreten. Dort angekommen, schloss sie sich einer Reisegruppe an, mit der sie sich die Sehenswürdigkeiten Corks ansah. Während der Besichtigungstour lernte sie den attraktiven Vic Sorvino kennen, mit dem sie später eine Affäre anfing. Als Vic und Marcy am Ende der Besichtigungstour in einem Pub in Cork saßen, glaubte Marcy plötzlich, ihre verschwundene Tochter Devon vorbeilaufen gesehen zu haben.

Konnte es wahr sein, dass Devon nicht tot war und sich hier in Irland ein neues Leben aufgebaut hatte? Schließlich kam Marcys Mann Peter ursprünglich aus Irland und Devon hatte schon früher gesagt, dass Irland das schönste Land der Welt sei.

Marcy war sich nun sicher, dass ihre Tochter noch lebte und versuchte diese mit allen Mitteln zu finden. Sie mietete sich eine kleine Pension in Cork an und zeigte das Foto ihrer Tochter jedem den sie begegnete. Liam, der Kellner aus dem Pub, an dem sie ihre Tochter hatte vorbei gehen sehen, gab ihr den Hinweis, dass es sich bei der Person auf dem Foto um Audrey handeln könnte. Audrey lebte wie er sagte, noch nicht lange in Irland. Sie hatte zuvor in London gewohnt, dort jedoch Schwierigkeiten bekommen, und war nach Cork gezogen. Außerdem erzählte Liam, dass Audrey eine Freundin von Shannon sei, die als Kindermädchen für die wohlhabende Familie O´ Connor arbeitete. Marcy war sich nun sicher, dass Devon als Audrey ein neues Leben, ohne sie, begonnen hatte. Sie machte Shannon ausfindig und fragte sie unauffällig über Audrey aus.

Auf ihrer Suche nach Audrey lernte sie Jax kennen. Jax war ein gemeinsamer Freund von Shannon und Audrey. Eines Abends belauschte sie ein Gespräch von ihm, bei dem es darum ging, das O´ Connor Baby zu entführen um Lösegeld zu erpressen.

Konnte es sein, dass Audrey und er gemeinsame Sache machten?

Als es so schien, als würde sie ihrer Tochter immer mehr auf die Schliche kommen, wurde plötzlich ihr Zimmer völlig verwüstet.

Hatte sie einen unsichtbaren Feind, der verhindern wollte, dass sie dem Verschwinden ihrer Tochter auf den Grund kam, oder steckte Devon selber dahinter?

Eines Tages meldete sich Liam bei ihr und sagte, er habe Shannon gebeten, ein Treffen mit Audrey zu vereinbaren. Shannon meldete sich jedoch nicht und Marcy begann plötzlich zu zweifeln.

Vielleicht irrte sie sich auch und ihre Tochter war damals doch ertrunken.

Doch genau in dem Moment, wie Marcy sich einredete ihre Tochter würde nicht mehr leben, meldete diese sich plötzlich telefonisch. Die beiden verabredeten ein Treffen. Marcy sollte jedoch niemanden davon erzählen und pünktlich erscheinen. Als Marcy pünktlich am vereinbarten Treffpunkt stand, wurde sie von Jax abgeholt und die Situation begann zu eskalieren.

Am Ende des Tages musste Marcy sich eingestehen, dass es ein Fehler war, nach ihrer Tochter zu suchen…

Eigene Meinung:

Ich persönlich bin etwas enttäuscht von dem Buch. Während der ganzen Geschichte wurde immer wieder auf die Kindheit Marcys eingegangen. Es wurde teilweise sehr detailliert von ihrer kranken Mutter geschrieben und wie diese sich später aufgrund von ihren Depressionen umbrachte. Mich persönlich hat dies nicht interessiert und ich finde dass das gestörte Verhältnis zu ihrer Mutter in dieser Geschichte nicht so breit hätte erklärt werden müssen. Teilweise wurde auch von Devons Leben vor ihrem Verschwinden erzählt. Devon litt seit ihrer Kindheit auch an Depressionen, genau wie Marcys Mutter.

Durch den ständigen Wechsel in die Vergangenheit, welche in Form von Marcys Erinnerungen dargestellt wurden, wusste ich teilweise gar nicht, wo man sich gerade befand. Der Wechsel zwischen Vergangenheit beziehungsweise Erinnerungen und Gegenwart kam teilweise so plötzlich und unerwartet, dass ich manche Sätze mehrfach lesen musste, bis ich begriffen hatte, dass wieder von einer Erinnerung erzählt wurde.

Außerdem fand ich das Buch in der Mitte teilweise sehr langweilig und musste mich zwingen weiter zu lesen. Zu dem Zeitpunkt war für mich eigentlich klar, dass die Tochter noch am Leben war, und sich nur vor ihrer Familie versteckte. Ab und zu habe ich mich gefragt, wann sie denn endlich ihre Tochter findet, damit es endlich ein Ende hat.

Jedoch war das Ende dann zum Glück doch sehr unerwartet und spannend, das Beste am ganzen Buch würde ich sagen.

Gut fand ich, wie Joy Fielding es geschafft hat, dass man den Figuren im Buch auf Anhieb vertraute. Aus diesem Grund war ich dann auch sehr überrascht, was am Ende aus Liam wurde und welche Rolle er eigentlich in der gesamten Geschichte spielte.

Im Tal des Fuchses – Charlotte Link

Im Tal des Fuchses von Charlotte Link war mein erstes Buch dieses Genre und ich muss sagen, es hat mich auf Anhieb gefesselt.

2014-12-02 14.55.26

Wie oben schon geschrieben wurde das Buch „Im Tal des Fuchses“ von der Autorin Charlotte Link geschrieben. Das Buch erschien am 12. September 2012 im Blanvalet Verlag, München in der Verlagsgruppe Random House GmbH.

Zum Inhalt des Buches:

Ein sonniger Augusttag, ein einsamer gelegener Parkplatz zwischen Wiesen und Feldern. Vanessa Willard wartet auf ihren Mann, der noch eine Runde mit dem Hund dreht. In Gedanken versunken bemerkt sie das Auto nicht, das sich nähert. Als sie ein unheimliches Gefühl beschleicht, ist es schon zu spät: Ein Fremder taucht auf, überwältigt, betäubt und verschleppt sie, In eine Kiste gesperrt, wird sie in einer Höhle versteckt, ausgestattet mit Wasser und Nahrung für eine Woche. Doch noch ehe der Täter seine Lösegeldforderung an ihren Mann stellen kann, wird er wegen eines anderen Deliktes verhaftet. Und überlässt Vanessa ihrem Schicksal…

Zusammenfassung:

Das Buch ist in zwei Hauptgeschichten geteilt, die sich am Ende des Buches aber doch zusammenfügen. Die erste Hauptgeschichte befasst sich mit der Entführung der Vanessa Willard und dem weiteren Leben ihres Entführers Ryan Lee. Die zweite Hauptgeschichte spielt 3 Jahre nach der Entführung und befasst sich mit dem Leben der Jenna, welche sich gerade von ihrem Freund getrennt hat und durch Zufall Matthew, den Mann des Entführungsopfers, kennenlernt.

Die jeweiligen Kapitel sind kurz gehalten und durch den Wechsel zwischen den Geschichten bleibt das Buch immer spannend.

Die Geschichte beginnt an einem sonnigen Augusttag im Jahre 2009. Vanessa Willard und ihr Mann Matthew hielten nach einer langen Fahrt von Vanessas Mutter mit dem Auto an einem Rastplatz an. Grund hierfür war, dass Matthew mit dem Schäferhund Max eine Runde spazieren gehen wollte. Vanessa, die wegen eines Streites sauer auf ihren Mann war, blieb am Auto zurück um auf die beiden zu warten. Sie lehnte am Auto und merkte zu spät, dass sich ihr ein Auto näherte. Sie wurde vom kriminellen Ryan Lee entführt und in eine Holzkiste in einer Höhle gesperrt. Die Höhe befindet sich im sogenannten Tal des Fuchses, welches Ryan als Kind entdeckte. In der Holzkiste befanden sich Essensvorräte und Trinken für eine Woche. Ryan Lee hatte sich mit einem Kredithai angelegt und benötigte dringend 20.000 Euro. Aus diesem Grund war er auf die Idee mit der Entführung gekommen. Vanessa war hierbei ein Zufallsopfer und einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort.

Aufgrund einer Kneipenschlägerei wurde Ryan Lee zu 2,5 Jahren Haft verurteilt und schaffte es nicht mehr eine Lösegeldforderung zu stellen. Während der ganzen Zeit ist das Schicksal von Vanessa Billard unbekannt.

Nach 2.5 Jahren wird Ryan Lee entlassen. Nun musste er mit seinen Schuldgefühlen wegen Vanessa und mit dem Kredithai Damon klarkommen. Seine Schulden bei Damon betrugen aufgrund der hohen Zinsen inzwischen 48000 Euro. Wieder in Freiheit wohnte Ryan Lee bei einer Freundin Nora. Sie hatte ihm während seiner Zeit im Gefängnis geschrieben und wollte sich um ihn kümmern. Außerdem hatte er einen Job in einem Copyshop bekommen. Ryan Lee wusste, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis sich Damon und seine Leute bei ihm melden würden. Als dann seine frühere Lebensgefährtin und immer noch gute Freundin Debbie von zwei Männern nach einem Kneipenbesuch vergewaltigt wurde und seine Mutter spurlos verschwand und dann in einem Waldstück wieder auftauchte, ist er sich unsicher: steckten Damon und seine Leute dahinter oder konnte Vanessa Willard womöglich überlebt haben und sich nun an ihm rächen wollen?

Zur selben Zeit wurden Jenna und Matthew, von ihren gemeinsamen Freunden Alexia und Ken, zu einem gemeinsamen Abendessen eingeladen. Alexia und Ken, die schon verheiratet waren und 4 gemeinsame Kinder hatten, wollten Jenna und Matthew verkuppeln, denn Matthew sollte endlich eine neue Frau nach Vanessa kennenlernen und Jenna hatte sich zuvor von ihrem Freund Garrett getrennt und war überstürzt in die Gegend gezogen. Jenna und Matthew verstanden sich auf Anhieb gut und wurden nach einer Zeit ein Paar. Ihre Beziehung gestaltete sich als äußerst schwierig da Matthew noch immer nicht mit der Entführung seiner Frau Vanessa abschließen konnte. Ihr Schicksal war auch nach inzwischen knapp drei Jahren immer noch ungeklärt. Er wusste nicht ob sie aus freien Stücken abgehauen war oder ob ihr etwas zugestoßen war. Nach einigen Aufs und Abs ihrer Beziehung verschwand plötzlich die gemeinsame Freundin Alexia spurlos. Es war alles wie damals bei Vanessa. Sie verschwand spurlos vom selben Rastplatz und nur das Auto blieb zurück.

Hier fügten sich die beiden Geschichten langsam zusammen. Ryan Lee, dem die Entführung von Vanessa nie nachgewiesen werden konnte, hörte von der Entführung Alexias und auch die Medien wurden auf die Ähnlichkeit zum Fall Vanessa aufmerksam. Es wurde vermutet, dass es sich hier um ein und den selben Täter handeln müsste. Ryan Lee der es mit der Angst zu tun bekam, vertraute sich seiner Mitbewohnerin Nora an. Er erzählte ihr alles von der Entführung und den Schulden die er bei Damon hatte. Nora, die völlig überfordert war mit dem Wissen, vertraute sich Debbie an. Zusammen beschlossen die beiden in das Tal des Fuchses zu fahren, wo Ryan Lee einst Vanessa versteckte, um zu überprüfen, ob diese sich befreien konnte und eventuell sogar hinter der zweiten Entführung und den Angriffen auf Debbie und Ryans Mutter steckte oder ob diese dort qualvoll gestorben war.

Ryan Lee dachte dass Nora ihm bei der Polizei verraten hatte und war zuvor geflüchtet. Die Polizei war jedoch durch Zeugenaussagen auf Lee aufmerksam geworden, da er jeweils vor Matthews Haus und vor Jennas Wohnung gesehen wurde, wie er diese beobachtete. Von nun an lebte Ryan kurz auf der Straße und kam dann bei einem Bekannten, namens Harry, unter. Dieser war völlig ahnungslos und ahnte nicht, dass Ryan von der Polizei gesucht wurde. Als jedoch eine Freundin von Harry in dessen Haus auftauchte, flog alles auf. Ryan nahm die Freundin als Geisel und flüchtete mit ihr zusammen in ihrem Auto. Sie lieferten sich später mit der Polizei eine Verfolgungsjagd aufgrund dessen sie gegen einen Baum fuhren und ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.

Zur selben Zeit waren Matthew, Jenna und Ken immer noch ahnungslos was mit Alexia geschehen war. Jenna versuchte sich um Ken und dessen 4 Kinder zu kümmern. Eines morgens besuchte sie Ken um sich zu erkundigen wie es ihm ginge. Ken erzählte, dass die Kinder bei ihrer Oma seien. Die beiden fuhren zum etwa 2 Stunden entfernten Strand um etwas zur Ruhe zu kommen. Ken erzählte Jenna dort, dass er sich mit Alexia vor ihrem Verschwinden gestritten hatte. Auslöser des Streites war, dass Alexia über dessen gemeinsamen Leben Lügen verbreitet hatte, um besser in der Gesellschaft dar zu stehen. Gemeinsam fuhren Jenna und Ken an eine Klippe, wo sie in eine Höhle kletterten. Dort erzählte Ken was wirklich mit seiner Frau passiert war. Er verpasste Jenna einen Schlag ins Gesicht und ließ sie in der Höhle zurück. Jenna, die fast in der Flut ertrunken wäre, wurde in letzter Sekunde von einem alten Mann gerettet.

Zur selben Zeit war Jennas Exfreund Garrett im Haus von Ken und Alexia auf der Suche nach Jenna. Dort fand er die mit Schlafmittel betäubten Kinder vor.

Das Buch ist von der ersten Seite an spannend und bleibt es auch bis zur Letzten Seite. Der Schreibstil von Charlotte Link ist einmalig, leicht und flüssig.

Der Inhalt der Kurzbeschreibung ist wirklich nur der Anfang eines sehr umfangreichen Romans. Charlotte Link legt in ihrem Psychothriller der Meisterklasse kunstvoll falsche Fährten. Sie schafft es auf spannende Art und Weise die Figuren interessant und sympathisch wirken zu lassen.Gerade der Wechsel vom Ich – zum Er – Erzähler ist sehr gut gelungen. Viele bemängeln, dass nicht aus der Perspektive der Vanessa geschrieben wird. Ich persönlich bin sehr glücklich darüber, dass es nicht gemacht wurde. Zum Einen wäre es sicherlich grausam zu lesen wie eine unschuldige Person qualvoll durch verhungern und verdursten stirbt, zum Anderen wäre dann das Schicksal von Vanessa bekannt. So wurde gleichzeitig noch Spannung dadurch aufgebaut, weil sich der Leser fragen musste, was mit ihr passiert war.