Der Beobachter – Charlotte Link

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Klappentext Der Beobachter:

Er beobachtet. Er wartet. Tötet er?

Er beobachtet das Leben wildfremder Frauen. Träumt sich an ihre Seite, in ihren Alltag. Identifiziert sich mit ihnen und will alles von ihnen wissen. Als Beobachter. Auf der Flucht vor seinem eigenen Dasein, das aus Misserfolgen besteht. Nur aus der Ferne liebt er die schöne Gillian Ward. Die beruflich erfolgreiche Frau, glücklich verheiratet, Mutter einer reizenden Tochter, wird von ihm über die Maßen idealisiert. Bis er zu seinem Entsetzen erkennt, dass er auf eine Fassade hereingefallen ist. Denn nichts ist so, wie es scheint. Gleichzeitig schreckt eine Mordserie die Menschen in London auf. Die Opfer: alleinstehende Frauen. Auf eine rachsüchtige, sadistische Weise umgebracht. Die Polizei sucht einen Psychopathen. Einen Mann, der Frauen hasst.

Zusammenfassung:

Die Geschichte ist in zwei Teilen gegliedert. Zum Einen geht es um den Langzeit – Arbeitslosen Samson Segel. Der verschrobene Mann, der keinerlei soziale Kontakte pflegt, lebt bei Bruder und Schwägerin, obwohl er besonders von Letzterer offen abgelehnt wird. Als Einzelgänger beobachtet er stundenlang die Häuser fremder Frauen und träumt sich in ihr Leben. Seine Beobachtungen schreibt er dabei akribisch auf und speichert diese auf seinem Computer. Besonders angetan ist er von Gillian Ward, welche zusammen mit ihrem erfolgreichen Mann und ihrer 12 jährigen Tochter in einem schönen Haus lebt. Er hält ihr Leben für perfekt und wünscht sich nix sehnlicher als Teil dieser Familie zu sein.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Samson Segel und den Frauen, die er beobachtet, geschrieben. Auf das Leben von Gillian wird hier besonders eingegangen. Sie ist unglücklich mit ihrer Ehe und hat Probleme mit ihrer 12 jährigen Tochter. Unterstützt wird sie hierbei von ihrer besten Freundin Tara und John, dem Handballtrainer ihrer Tochter, mit dem sie bald darauf eine Affäre beginnt. Als sie dann herausfindet, dass John seine Karriere bei der Polizei aufgeben musste, weil er verdächtigt wurde, eine Praktikantin vergewaltigt zu haben, streitet sie sich mit ihrer Freundin Tara und beendet daraufhin die Affäre mit John.

Samson geht jeden Morgen aus dem Haus um das Leben der Frauen zu beobachten. Er entführt den Hund einer Nachbarin um ihn dann als Retter zurück zu bringen. Er erhofft sich dadurch die Aufmerksamkeit der Frau zu bekommen und vielleicht auf ein Kaffee von ihr eingeladen zu werden. Doch diese ist unbeeindruckt und wimmelt Samson ziemlich schnell ab.

Zum Anderen geht es um zwei ältere allein stehende Frauen, die auf die gleiche Weise ermordet in ihren Wohnungen aufgefunden werden. Beide Frauen leben isoliert von der Außenwelt. Vor ihrem Tod wurde ihnen bewusst Angst gemacht. Die Polizei geht von einem Serienkiller aus, wenngleich es keine Verbindung zwischen ihnen zu geben scheint. Das Täterprofil weist auf einen zutiefst gestörten Menschen, der Frauen hasst. Bald gerät Samson Segal ins Visier der Ermittler und flieht – und seine Schwägerin entdeckt die Aufzeichnungen seiner Beobachtungen. Es wird abwechselnd aus der Perspektive der Mordopfer und der ermittelnden Polizei geschrieben.

Mit dem dritten Opfer, der Ehemann von Gillian, kreuzen sich die beiden Geschichten. Das dritte Opfer passt dann ganz offensichtlich nicht in das Schema der vorangegangenen Morde, auch wenn die gleiche Pistole benutzt worden ist.

John, der sich längst in Gillian verliebt hat, versucht auf eigene Faust zu ermitteln. Er ist sich sicher, dass der Mordanschlag Gillian galt, und nicht ihrem Mann. Er hilft dem flüchtigen Samson Segel sich zu verstecken und löst Schritt für Schritt das Rätsel um die Mordserie. Am Ende wird erneut eine Frauenleiche gefunden und es geht um Leben und Tod, denn der Mörder hat bereits sein nächstes Opfer in seine Gewalt…

Eigene Meinung:

Der Beobachter ist nun das zweite Buch von Charlotte Link, welches ich gelesen habe. Das Buch beginnt mit einem Prolog. Zunächst erscheint dieser sehr unpassend und ich habe den Sinn dahinter nicht verstanden. Am Ende des Buches war aber klar, was dieser zu bedeuten hatte. Das Buch ist, wie schon Im Tal des Fuchses, aus sehr vielen Perspektiven geschrieben. Am Anfang des Buches ist es schwer, alle Figuren auseinander zu halten und die jeweilige Rolle zu verstehen. Doch nach und nach ergibt jede erwähnte Figur einen Sinn und alles ist nachvollziehbar. Die Personen sind sehr gut beschrieben und man kann sich gut in diese hinein versetzen. Das Buch ist auf seinen über 600 Seiten zu keiner Zeit langweilig geworden. Zum Schluss konnte ich das Buch gar nicht mehr weglegen, da ich unbedingt das Ende wissen wollte. Es ist also äußerst spannend und sehr gut gelungen. Auch konnte man zu keiner Zeit erahnen, wie das Buch zu Ende geht. Während ich das Buch gelesen habe, hatte ich zwei Theorien, wer der Täter sein könnte, und keine davon ist aufgegangen. Auch dies finde ich an den Büchern von Charlotte Link sehr gut. Man wird immer wieder aufs neue überrascht und zu keiner Zeit sind diese langweilig. Das Buch Der Beobachter ist meiner Meinung nach also sehr gut gelungen und ich würde es jedem, der gerne Bücher dieses Genre liest, weiter empfehlen.

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